DIY Projekt – Davis Vantage Pro 2 Wetterstation ohne Konsole und ohne Datenlogger betreiben

Der Plan: Wir fangen die 868MHz (EU-Version) Funkübertragung der Davis Vantage Pro 2 ISS ab, machen Zubehör wie die Konsole und den Datenlogger überflüssig und stellen anschließend die Wetterdaten quelloffen via MQTT in unserem IP Netz zur Verfügung.

Dieser Beitrag ist Teil 1 einer Serie von Beiträgen, die sich darum drehen werden, den oben genannten Plan umzusetzen. Wer sich ein wenig mit Wetterstationen auseinander setzt, wird früher oder später (eher früher) über die Davis Vantage Pro 2 stolpern. Davis genießt (noch) einen sehr guten Ruf, setzt mit den Konzepten in meinen Augen aber zunehmend auf das falsche Pferd.

Folgende Dinge stören mich an der aktuellen Firmenpolitik von Davis:

  1. Ohne Datenlogger sind alle Davis Wetterstationen ein in sich geschlossenes System, was dazu führt, dass die Wetterstationen nicht in ein Smart Home integrierbar sind. Selbst mit einem Datenlogger sind unsere Möglichkeiten stark eingeschränkt.
  2. Die Datenlogger sind Teil des Zubehörs und kosten zu allem Überfluss mindestens 165€ (Seriell bzw. USB) oder sogar 290€ (IP-basiert). In meinen Augen höchst unverschämte Preise, wenn ihr euch anschaut was technisch wirklich dahintersteckt.
  3. Egal welchen Datenlogger wir einsetzen würden, wir erleiden fast immer Datenverluste. Die ISS Außeneinheit sendet normalerweise Daten im 2,5 Sekunden-Takt per 868MHz Funkfrequenz an die Konsole. Im Beispiel des IP-basierten Datenloggers, erfolgt ein Upload höchstens im 1 Minuten-Takt. Mit Wunderground synchronisiert wird zudem nur alle 15 Minuten. Je nachdem wo wir die Daten unserer eigenen Wetterstation also abgreifen würden, verlieren wir bis zu 359 Zustände unserer Außensensoren.
  4. Mit in meinen Augen höchst suspektem Verhalten, hat Davis in der Vergangenheit versucht seine technisch versierten Kunden sogar davon abzuhalten eine Davis Wetterstation möglichst protokollneutral in ein Smart Home System zu integrieren. Freie Datenlogger Nachbauten wurden nach Softwareupdates gänzlich ausgesperrt.

Da also nachweislich die stark veraltete Konsole und die lächerlichen Datenlogger das Problem bilden, wieso nicht die ISS Außeneinheit isoliert betrachten und auch isoliert betreiben? Die ISS ist nämlich sowohl technisch, als auch konzeptionell durchaus auf einem sehr aktuellen Stand. Die Sensoren wurden über Jahre hinweg weiterentwickelt, alles ist stark modular aufgebaut, dementsprechend sind etwaige Reparaturen und Erweiterungen problemlos möglich. Zudem arbeitet diese Außeneinheit vielerorts unter teilweise höchst widrigen Bedingungen über viele Jahre hinweg sehr zuverlässig, ist also scheinbar sehr robust konzipiert. Ganz nach meinem Geschmack!

Ob der Plan, die ISS komplett isoliert zu kaufen und zu betreiben aufgehen wird, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Die erste spannende Frage wird nämlich sein, ob wir eine ISS mit den gewünschten Sensoren ohne die Kosten einer Davis Konsole überhaupt bestellen können. Alles was ich im Moment weiß ist, dass man sich bereits seit längerem an einigen Stellen im Netz mit dem Funkprotokoll beschäftigt. Wieviel Vorarbeit schon geleistet ist und ob wir darauf aufsetzen können wird sich zeigen müssen.

Da ich den Ansatz „fail-fast“ sehr mag, werde ich im ersten Schritt überlegen:

  1. Welche Hardware brauche ich?
  2. Wo kann ich die Hardware beschaffen?
  3. Wie sieht der erste Meilenstein aus?

Wenn ich diese drei Fragen abschließend beantworten kann, gelangt ihr hier zu Teil 2 dieser Serie. Bleibt dran!

Veröffentlicht von

Artur Pajonk

Consultant & Senior Software Engineer

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